Von der Gerberei zum Gewerbepark
Über 130 Jahre Industriegeschichte an der Industriestrasse 78 in Olten.
Das GerolagCenter steht auf dem Areal der Gerberei Olten. Der Name trägt die Herkunft in sich: Gerberei Olten AG — Gerolag. Was 1895 als Lederfabrik begann, ist heute ein Ort für Büro, Gewerbe und Ausbildung.
Die Gerberei
1895/96 — Gründung
Die Gerberei Olten AG wird mit einem Aktienkapital von 200'000 Franken gegründet und kauft
6'900 m² Land an der Industriestrasse. Es entsteht eine erste Fabrik für Lederverarbeitung.
In ihrem Sog siedeln sich bedeutende Schuhfabriken in der Region an — Bally, Hug, Strub. Im
Industriequartier folgen weitere namhafte Unternehmen wie Unilever, Lindt & Sprüngli und Berna.
1914–1918 — Aufschwung
Der Erste Weltkrieg bringt der Gerberei starken Auftrieb.
1915 — Erweiterung
Eine Extraktfabrik wird angegliedert.
1922 — Höhepunkt
Der Umsatz erreicht rund 16 Millionen Franken. Das Aktienkapital wird auf 5 Millionen erhöht.
1937 — Das Areal erreicht seine heutige Grösse
Das Terrain wird auf 33'565 m² erweitert.
1966 — Das Ende der Gerberei
Der Gerbereibetrieb wird eingestellt.
Die Umnutzung
2003 — Ein neuer Plan
Die Intervia-Gruppe übernimmt 90,3 Prozent der Aktien mit dem Ziel, den Gebäudekomplex in einen
Businesspark umzuwandeln.
2005 — Baubewilligung
Die Bewilligung wird mit Auflagen erteilt. Die historische Bausubstanz aus den Jahren 1890 bis
1920 soll erhalten bleiben.
2007 — Baubeginn
Im November starten die Arbeiten. Das mehrgeschossige Winkelgebäude, die Shedhalle und das
Parkgebäude werden umgebaut und für Büro-, Atelier- und Gewerbenutzung ertüchtigt.
Die Investitionssumme beträgt rund 25 Millionen Franken.
2009 — Mietereinzug
Ab Januar bauen die ersten Mieterinnen und Mieter ihre Flächen aus.
Sommer 2009 — Eröffnung
Am 12. September 2009 besuchen über 600 Personen den Tag der offenen Tür. Auf dem Rundgang durch
das Haus fällt ein Satz besonders oft: „Ein Privileg, in diesem einzigartigen, mit modernster
Infrastruktur ausgerüsteten Gebäude arbeiten zu dürfen."
Am Bau beteiligt
Die Umnutzung wurde als Totalunternehmung realisiert. Für Architektur und Denkmalpflege zeichnete Robert & Esslinger in Rickenbach verantwortlich, die das Areal von 2003 bis 2010 entwickelten.
Was geblieben ist
Die Holzbalken an den Decken, die Eisenträger und die dicken Bruchsteinmauern geben den überhohen Räumen ihren Charakter. Die Atrien — die Innenhöfe zwischen den Gebäudeteilen — sind das, was das Haus von einem gewöhnlichen Gewerbebau unterscheidet.